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#outofblue – Tweetup im Haus der Kunst

Ein Tweetup von einer Ausstellung, die es gar nicht gibt? Genau den veranstalteten die Kulturkonsorten mit mir zusammen im Haus der Kunst. Jeder Teilnehmer brachte ein Bild im Kopf mit und twitterte darüber. Gleichzeitig stellte ein professioneller Guide die Bilder vor – rein verbal, ohne auf Abbildungen zurückzugreifen.

Was ist das, was da passiert? Ist das Kunst? 

So interessant diese Frage ist, ich sehe den Tweetup unter einem anderen Blickwinkel. #outofblue ist für mich ein Literaturprojekt. Es ist konzipiert als „Textproduktionsmaschine“. Die Tweets, die unter dem Hashtag #outofblue im Haus der Kunst, aber auch von außerhalb entstanden sind, werden von mir zu einem literarischen Text verarbeitet – durch Auswahl, Zusammensetzung, Arrangieren, ohne eigenen Text hinzuzufügen.

Erhofft hatte ich mir von dem Tweetup …
1) … das Beackern des Themas „Abstraktion“ – und zwar nicht in der Theorie, sondern im Praktizieren, indem abstrakte Bilder ohne Abbildung imaginiert, also weiter abstrahiert werden.
2) … den „Gegenstand“ los zu werden. D.h. es ging nicht darum, die Bilder möglichst realistisch oder der Realität entsprechend darzustellen und zu beschreiben, sondern sie in irgendeiner Form entstehen zu lassen.
3) … dieses Entstehen lassen und Abstrahieren in Sprache zu übersetzen. Und gleichzeitig die Grenzen der Versprachlichung anzudeuten. Dass eben Vieles, das da passiert, nicht formuliert werden kann.
4) … eine Textbasis, aus der ich im nächsten Schritt einen Text bauen kann, der mehr von dem lebt, was im Tweetup nicht versprachlicht werden konnte, als von der Darstellung oder gar Dokumentation des Formulierten.

Inwieweit diese Hoffnungen berechtigt sind/waren oder gar erfüllt werden/wurden, ist schwer zu sagen. Einige Rückmeldungen geben mir aber Hoffnung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Veröffentlicht inOut Of The Blue - Literatur neu denken