Zum Inhalt

Im Leben wirken

Ein Innovationsformat mit Unternehmen und Schülern – THESE II

Schüler sind fleißige Arbeiter (50 Stunden-Wochen sind für Gymnasiasten der Mittelstufe die Regel). Sie haben alle Hände voll zu tun, um die Vielzahl an Aufgaben abzuarbeiten, die ihnen der Lehrplan unseres Schulsystems auferlegt. Sie arbeiten an theoretischen Aufgabenstellungen aus den Lehrbüchern, die man ihnen unter die Nase hält. Diese Aufgaben haben meist nichts mit dem echten Leben zu tun, sondern werden explizit für die Lehr- und Lernsituation konzipiert und zusammengestellt. Kein Wunder, dass es für all diese Aufgaben die eine richtige Lösung gibt und meist auch den einen richtigen Lösungsweg. Eine völlig irreale Konstellation, die wir so im echten Leben kaum antreffen. Oder wie oft erleben Sie in ihrem (Arbeits- oder Privat-) Leben Situationen, für die es die eine richtige Lösung gibt, die sie nur finden und umsetzen müssen, dann wird alles gut? Dazu kommt, dass es im Schulkontext völlig egal ist, wie zielführend und wirkungsvoll die erarbeitete Lösung ist. Denn die Lösung einer Schulaufgabe ist eben gar keine Lösung eines echten Problems; sie hat keinerlei Auswirkung auf eine konkrete Sache. Es ist nur eine Scheinlösung für ein Scheinproblem, das lediglich dazu da ist, eine Bewertung zu ermöglichen, um schließlich so etwas wie eine Scheinrelevanz (Note!) zu erzeugen.

Im Leben wirken
Wenn wir Jugendliche tatsächlich ernst nehmen wollen, sollten wir sie endlich an echten Aufgaben arbeiten lassen. An Fragestellungen, die aus dem realen Leben gegriffen sind und für die wir ernsthaft nach einer Lösung suchen. Gerade für junge Menschen ist es elementar, sich als wirksam zu erleben, das heißt sich durch das eigene Denken und Tun als gestaltenden Teil der Gesellschaft zu erfahren. „Mein Beitrag macht den Unterschied! Meine Lösungen sind von Bedeutung. Mein Denken und meine Anstrengungen sind relevant und bewirken etwas.“ Stellt sich nur die Frage, wo sich dieses Wirksam-werden ausprobieren, lernen und üben lässt.

Schüler als Unternehmensberater
Unternehmen sind voll von Fragestellungen, die nach Lösungen, auch unkonventionellen Lösungen verlangen. Hier können nicht nur Unternehmen von Schülern (siehe dazu THESE I), sondern in gleichem Maße die Schüler von einer Zusammenarbeit mit Unternehmen profitieren. Weil sie auf diesem Wege die Möglichkeit bekommen, an echten Aufgaben aus dem Unternehmensalltag zu arbeiten, daran zu lernen (Stichwort: erfahrungsbasiertes Lernen), sich ohne Bewertungsdruck auszuprobieren und sich tatsächlich einbringen und etwas bewirken zu können – im echten Leben und nicht nur in der simulierten Schein-Relevanz der Schule.

Bei diesen Grundüberlegungen ist es doch an der Zeit, sich einen Ansatz zu überlegen, wie beide Seiten zueinanderkommen, um in gleichem Maße voneinander und miteinander zu profitieren.

> EXPERIMENT

Published inInnovation - gedacht, gesagt, getanSchule - neu träumen